Der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Bildungspraxis gestaltet sich im Bereich der inklusiven Bildung oft schwierig. Über Hürden, aber auch Möglichkeiten erfolgreicher Umsetzung sowie eigene Transferaktivitäten des Metavorhabens sprachen MInkBi-Projektleiter Dieter Katzenbach und Projektmitarbeiterin Julia Kett-Hauser im Podcast des Deutschen Bildungsservers mit Gastgeberin Christine Schumann.
Deutlich wurde im Gespräch, dass erfolgreicher Transfer auf ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen angewiesen ist. Diese könnten nur durch stabile, langfristige Förderstrukturen geschaffen werden. Solche Strukturen seien momentan im akademischen Kontext aber eher die Ausnahme als die Regel: „Die üblichen Förderzyklen der dreijährigen Projektförderung reichen dafür definitiv nicht aus.“ Aber auch Praxisvertreter:innen hätten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: auch „auf der Seite der Bildungspraxis“ seien die „Strukturen für nachhaltigen Transfer absolut unzureichend“, erklärt Prof. Dr. Dieter Katzenbach.
Was kann gegen diese strukturellen Hemmnisse getan werden?
„Wir brauchen zweierlei: Einerseits zentrale Wissensplattformen, die übersichtlich strukturiert für das Praxisfeld darstellen, was es überhaupt gibt, aber auch regionale Kooperationsstrukturen zwischen Universitäten und dem Feld“, so Katzenbach. So könnten Forschungsfragen direkt aus der Praxis heraus entwickelt werden. Man müsse anerkennen, dass wissenschaftliche Ergebnisse nicht unmittelbar eins zu eins in die Gesellschaft transferiert werden könnten, vielmehr müssten sie durch Vermittlungsprozesse langsam „einsickern“. Dafür bräuchte es aber sowohl in Bildungspraxis als auch in der Wissenschaft die erforderliche Zeit und entsprechende Ressourcen.
An diesen Vermittlungsprozessen hat sich das Metavorhaben im Rahmen seiner Informations-und Vernetzungsstelle Inklusion unter anderem mit Transferforen im November und Dezember 2025 beteiligt. „Wir wollten gezielt Wissenschaft und Praxis zusammenbringen und haben kleine, thematische Online-Runden durchgeführt (z. B. Mathematik, Elementarpädagogik). Die Gruppen waren bewusst klein, damit ein intensiver Austausch möglich wird. Erste Rückmeldungen zeigen, dass viele Teilnehmende Anregungen für ihre Praxis mitnehmen konnten“, so Julia Kett-Hauser, die im Projekt für den Bereich Transfer zuständig ist.
Das ganze Gespräch kann hier nachgehört werden:
https://www.bildungsserver.de/podcast.html?podcast_id=947
Mehr Informationen zum Metavorhaben gibt es hier: https://forschung-inklusive-bildung.de/ueber-uns/