18. März 2026

Das Projekt EuLe-F im Podcast „Bildung auf die Ohren“

Das Podcast-Logo von "Bildung auf die Ohren" der aktuellen Folge mit dem Projekt "EuLe-F": Die Titel in orangener und blauer Schrift auf einem silbernen Hintergrund.

Im Projekt EuLe-F der Universitäten Oldenburg und Rostock wurden digitale und analoge Fördermöglichkeiten zur Entwicklung der Literacyfähigkeiten von Kindern mit und ohne Behinderung im Elementar- und Primarbereich entwickelt

Im Podcast „Bildung auf die Ohren“ des Deutschen Bildungsservers sprach Moderatorin Caroline Hartmann mit Prof. Dr. Tanja Jungmann und Sarah-Theres Wandel (beide Universität Oldenburg) über das Projekt EuLe-F, das sich mit der Erfassung und Förderung früher Literacy-Kompetenzen im Elementarbereich beschäftigt. Ziel des Projekts ist es, pädagogische Fachkräfte dabei zu unterstützen, frühe schriftsprachliche Fähigkeiten von Kindern systematisch zu diagnostizieren und darauf aufbauend gezielte Fördermaßnahmen im Kita-Alltag umzusetzen.

Im Zentrum steht eine kindgerecht gestaltete App, die aus einer ursprünglich papierbasierten Diagnostik hervorgegangen ist. Die App ermöglicht es Kindern, selbstständig Aufgaben in einer motivierenden Rahmenhandlung zu bearbeiten und erstellt anschließend ein individuelles Early-Literacy-Profil. Ergänzt wird sie durch umfangreiche Fördermaterialien, darunter eine „Förderlandkarte“ sowie zahlreiche Spiel- und Impulskarten, die sich in alltägliche Situationen wie Erzählkreise oder Freispiel integrieren lassen. Die Materialien decken zentrale Bereiche wie Schriftbewusstheit, phonologische Bewusstheit, Wortbewusstheit, Buchstabenkenntnis und Erzählkompetenz ab und bieten differenzierte Schwierigkeitsstufen sowie Variationsmöglichkeiten.

Die Evaluation des Projekts zeigt jedoch Herausforderungen bei der Umsetzung in der Praxis: Diagnostik spielt im Kita-Alltag bislang eine untergeordnete Rolle, unter anderem aufgrund begrenzter zeitlicher und personeller Ressourcen. Zwar wurden die Fördermaterialien von vielen Fachkräften positiv bewertet, die diagnostischen Ergebnisse der App wurden jedoch kaum zur Ableitung von Förderung genutzt. Studienergebnisse deuten auf altersbedingte Kompetenzzuwächse sowie teilweise positive Effekte der Förderung hin, zeigen insgesamt jedoch eine gemischte Befundlage.

Ein zentrales Fazit des Projekts ist die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis. Die Weiterentwicklung der App und Materialien soll künftig verstärkt in Kooperation mit Kitas erfolgen, um deren Alltagstauglichkeit zu verbessern und die Nutzung zu erhöhen. Ziel ist es, insbesondere Kinder mit geringem schriftsprachlichen Input im häuslichen Umfeld frühzeitig zu unterstützen und so bessere Voraussetzungen für den Schuleintritt zu schaffen.

Das ganze Gespräch kann hier nachgehört werden:

https://www.bildungsserver.de/podcast.html?podcast_id=958

Mehr Informationen zu EuLe-F, den Link zur App und die Materialien gibt es auf der Projektseite:

https://forschung-inklusive-bildung.de/schulische-bildung/eule-f/

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